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Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz»

Die Ecke eines Raumes mit zwei goldgerahmten Gemälden, Holzparkett mit Intarsien und hüfthoher Leiste. In der Saalmitte sitzt eine Frau mit schulterlangen grauen Haaren auf einem Klapphocker, einen Audioguide in der Hand und blickt zur Wand gegenüber.

Dank induktiven Halsringschleifen für den Audioguide und dem geplanten Ankauf einer mobilen Höranlage wird der Zugang für Menschen mit Hörbehinderungen verbessert. 

© Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz»​
Ort:
Winterthur
Labelpartnerschaft:
2022 - 2025
Webseite:
www.roemerholz.ch

Nicht nur neue inklusive Vermittlungsformen für herausragende Kunstschätze: Die Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» will sich in den nächsten vier Jahren zu einer Institution entwickeln, in der sich inklusive Anliegen in den verschiedenen Museumsaktivitäten widerspiegeln, so dass Inklusion im Museumsalltag selbstverständlich gelebt wird. Dazu gehören auch bauliche Anpassungen im Eingangs- und Aussenbereich.

Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz»

In der Villa des Kunstsammlers Oskar Reinhart (1885-1965) «Am Römerholz» sind mehr als zweihundert Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen europäischer Kunst von aussergewöhnlicher Qualität vereint. Den Kern der Sammlung in den ehemaligen Wohnräumen und der angebauten Gemäldegalerie bilden Werke des französischen Impressionismus und deren unmittelbare Vorläufer. Die historische Parkanlage bietet eine ideale Kulisse für die Skulpturen im Aussenraum. Durch seine testamentarische Schenkung hat Oskar Reinhart die Sammlung «Am Römerholz» der Eidgenossenschaft vermacht, welche sie ab 1970 der Öffentlichkeit zugänglich machte. Die Sammlung gehört heute zur Sektion Museen und Sammlungen des Bundesamtes für Kultur.

Kulturelles Angebot

Bereits bestehende Vermittlungsangebote werden sukzessive inklusiver gestaltet: Die Führung mit taktilen Elementen wird für den gemeinsamen Besuch von Menschen mit und ohne Sehbehinderungen ausgebaut. Kurse für Menschen mit Migrationshintergrund bieten den Teilnehmenden Gelegenheit, längerfristig selbst zu Vermittelnden zu werden. Neben einem bedürfnisgerechten Angebot für Seniorinnen und Senioren sind öffentliche Museumsrundgänge mit Gebärdensprachverdolmetschung vorgesehen.

Inhaltlicher Zugang

Mit dem Erwerb von induktiven Halsringschleifen für den Audioguide und dem Ankauf einer mobilen Höranlage wird der Zugang für Menschen mit Hörbehinderungen verbessert. Auf der Webseite achten die Verantwortlichen auf eine konsequente Anwendung inklusiver Terminologie und ergänzen den Menüpunkt zur Barrierefreiheit mit Informationen von A (wie Assistenzhunde) bis Z (wie Zutritt). Zudem werden Inhalte über das Museum und zu ausgewählten Werken in Leichter Sprache angeboten. Längerfristig soll ein Begleitheft in Leichter Sprache in Zusammenarbeit mit Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen erarbeitet werden. Die Orientierung im Raum und die Beschriftung der Kunstwerke werden visuell verbessert.

Baulicher Zugang

Damit die Terrasse des Cafés für alle barrierefrei besucht werden kann, wird ein Hebelift installiert. Visuelle Markierungen der Treppenstufen, zusätzliche Handläufe und Verbesserungen beim internen Treppenlift sorgen ab 2023 für eine sichere Erschliessung der Innenräume. In weiteren Etappen wird die Pflästerung vom Tor zum Haupteingang eingeebnet und das Treppenpodest vergrössert, um den Zugang zur Villa mit Rollstuhl oder Rollator zu vereinfachen. Zudem werden Möglichkeiten geprüft, um einen stufenlosen Zugang zum Garten zu gewährleisten.

Arbeitsangebote

Das Team prüft intern Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen und ist offen für IV-Praktika. Interessierte mit Behinderungen oder mit Migrationshintergrund werden für die Durchführung von Vermittlungsformaten geschult. Zudem werden Menschen mit Behinderungen für Beratertätigkeiten im Rahmen der Erweiterung des inklusiven kulturellen Angebots beigezogen und für die Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeitenden engagiert.

Dezember 2021